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Brücken in London » Richmond Bridge

Richmond Bridge

Richmond Bridge ist eine der ältesten erhaltenen Themsequerungen Londons. Die heute Grade I gelistete Brücke wurde zwischen 1774 und 1777 gebaut. Man erweiterte die Brücke in den 1930ern zwar und flachte ihren Radius etwas ab, die Grundstruktur der alten Brücke blieb aber erhalten.

Geschichte

Wichtig für die Geschichte der Brücke bzw. überhaupt einer Querung an dieser Stelle war das Vorhandensein eines königlichen Palasts. Zunächst ging es um einen Palast von 1299 im kleinen Ort Sheen knapp 16km westlich der City Of London. Nachdem dieser 1497 durch ein Feuer zerstört wurde, ließ Henry VII einen neuen Palast bauen, den er Richmond Palace nannte.

Alleine aufgrund dieser Tatsache wurde schon früh ein Fährdienst angelegt, dessen Vorhandensein ab ca. 1439 schriftlich belegt ist. Ein gewisses Problem stellte vor allem die steile Uferböschung auf der Surrey Seite dar, welche es insbesondere schwerem Fuhrwerk unmöglich machte, die Fähre zu nutzen. Die Folge: man musste den relativ langen Umweg über die Kingston Bridge nehmen.

Dieser Umstand wurde umso problematischer, je mehr Verkehr hier rollen sollte. Nachdem sich Richmond und Twickenham zu sehr beliebten Vororten entwickelten, wurde die Fähre sozusagen zum Flaschenhals der Route Richtung City. 1772 beantragte der ehemalige Fährbetreiber William Windham daher den Bau einer Holzbrücke, welche durch Mautgebühren finanziert werden sollte.

1772 wurde der Richmond Bridge Act erlassen, allerdings wollte das Parlament keine Holzbrücke und beauftragte James Paine und Kenton Couse mit den Planungen für eine Steinbrücke. Der damalige Fährbetreiber wurde entschädigt, außerdem wurde festgelegt, dass die Finanzierung der Brücke nicht aus Steuermitteln sondern über Nutzungsgebühren erfolgen sollte. Die Brücke wurde trotz der Widrigkeiten mit dem steilen Ufer dort gebaut, wo die Fähre betrieben wurde. Einer der Hauptgründe war die Weigerung der Duchess Of Newcastle, ihr Land im Bereich Twickenham Park für eine Straße zu opfern.

Gebaut wurde eine Steinbogenbrücke mit einer Länge von ca. 91 Metern und einer Breite von ca. 7,5 Metern. Dabei baute man den Hauptbogen recht hoch, damit der Schiffsverkehr ohne Schwierigkeiten fahren konnte. Zur Eintreibung der Gebühren wurden in Alkoven an den Zugängen Tollhouses eingerichtet, der Bau an sich wurde vor allem durch Ausgabe von Anteilen gedeckt. Diese wurden nach einem relativ ausgeklügelten System gesichert. Außerdem galt: sofern ein Eigner mehr als 1000 Pfund Ertrag pro Jahr zu erwarten hatten, ging das überschüssige Geld in einen Instandhaltungsfond zum Erhalt der Brücke.

Baubeginn der Brücke war im August 1774, die ersten Fußgänger durften im September 1776 die Brücke nutzen, für den Individualverkehr wurde die Brücke im Januar 1777 eröffnet. Zugleich wurde der Fährbetrieb eingestellt, auch wenn die endgültige Fertigstellung der Brücke erst im Dezember 1777 erfolgte.

Die Brücke erfreute sich schnell allgemeiner Beliebtheit, sodass man auch von einem kommerziellen Erfolg sprechen konnte: immerhin hatten die Betreiber 1822 soviel Geld erwirtschaftet, dass man die Nutzungsgebühr erheblich reduzieren konnte. 1859 verstarb der letzte offizielle Anteilseigner und im selben Jahr wurde die Maut komplett abgeschafft.

Im Verlauf der Zeit wurde aber klar, dass die alte Brücke den Anforderungen des modernen Verkehrs nicht standhalten konnte. Da es keine Rücklagen mehr gab, übernahmen die Verwaltungen von Surrey und Middlesex die Brücke und gingen an die Planungen. Die stockten jedoch bald, weil es Einsprüche gegen einen Umbau gab. Das Ergebnis war der Neubau einer Brücke, konkret wurde 1933 die neue Twickenham Bridge eröffnet. Die Richmond Bridge beließ man so, wie sie war. Damit hatte man zwar die Baustruktur erhalten, die Brücke war aber praktisch nicht mehr nutzbar - abgesehen von leichten Fahzeugen und Fußgängern.

1933 schlug Sir Harley Dalrymple-Hay vor, die bestehende Brücke zu modernisieren, ohne ihr altes Design wesentlich zu ändern. Einige Vorschläge dazu wurden zwar verworfen, am Ende konnte man sich dann aber auf eine Erweiterung um ca. 3,40Meter einigen. Im Zuge der Erweiterung wurde zudem der Radius abgeflacht und der früher charakteristisch 'Buckel' entfernt. Außerdem stellte man fest, dass die alten Holzfundamente marode waren und konnte diese durch Stahlfundamente ersetzen. Die Wiedereröffnung erfolgte 1940.

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