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Paläste in London » Kew Palace

Kew Palace

Kew Palace ist ein Palast in Kew Gardens, welchen man zu den royalen Palästen zählt. Grundsätzlich muss man dabei aber beachten, das Kew Palace vom Stil her am wenigsten Palast ist, die Anlage ähnelt eher einem großen Herrenhaus oder Landsitz.

Wie dem auch sei: der Name lautet Kew Palace, die Anlage an sich spielte vor allem unter George III eine sehr wichtige Rolle für die Monarchie. Ansonsten war Kew Palace eher von untergeordneter Bedeutung. Dafür ist der Palace inmitten der Kew Garden heute ein beliebtes Ziel für Touristen, der alte Palace ist ein Grade I gelistetes Bauwerk.

Geschichte

Tatsächlich geht man davon aus, dass es wahrscheinlich drei Paläste bzw. ähnliche Anlagen in Kew gab. Die Geschichte des ersten Hauses ist nicht eindeutig belegt, Elizabeth I soll dieses Haus ihrem Günstling Robert Dudley zu Wohnzwecken überlassen haben. Das Haus nannte er wahrscheinlich Leicester House.

Die Geschichte des aktuellen Palace begann um 1631, ursprünglich als schickes Landhaus für den vermögenden Londoner Fabrikanten Samuel Fortrey gebaut. Diese Anlage wurde auch als Dutch House bezeichnet, es blieb zunächst einmal in Privatbesitz bis die königliche Familie auf der Suche nach einem geeigneten Landsitz außerhalb der City war. Konkret bezieht sich das auf die Regentschaft von George II (1727-1760) und Queen Charlotte. Die waren auf der Suche nach einem schönen Landsitz vor allem für ihre Töchter. Dabei stießen sie auf Kew unweit des königlich genutzten Richmond Lodge. Die Royals nutzten Kew Palace nach offiziellen Angaben ab 1729, wobei sie die Anlage nebst einiger Gebäude in der Nachbarschaft zunächst mieteten bzw. pachteten. Erst um 1781 kaufte George III Kew Palace von den Eigentümern, nicht zuletzt deshalb gilt und galt der Palace vor allem als ein wichtiges Zeitdokument bezogen auf George III und seiner Geschichte. Er verbrachte zunächst, so wird berichtet, mit seiner Gattin und seinen Kindern eine glückliche Zeit in Kew. Schon einige Jahre später zeigten sich aber erste Symptome einer Erkrankung, welche darin gipfelte, dass George III ab 1788 in Kew mehr oder weniger eingesperrt wurde. Man behandelte ihn mit allem, was damals zur Verfügung stand. Tatsächlich gelang den vielen Ärzten ein Erfolg, der König galt 1789 zunächst als geheilt. Weitere Schübe folgte 1801 und 1804, 1810 folgte ein sehr schwerer Rückfall. George III litt zu diesem Zeitpunkt schon unter Grauem Star und war dadurch nahezu blind und er hatte schweres Rheuma. Den allgemein schlechten Gesundheitszustand erklärte er selbst vor allem durch die frühen Tod seiner Tochter Amalia, welche ihn in eine Art Psychostress versetzte. Die Regentschaft wurde durch den Regency Act 1811 an den damaligen Prince Of Wales übertragen. Der Zustand von George III verschlechtere sich ab 1811 extrem, man sagt, der König war dem Wahnsinn verfallen. Er verbrachte seine letzten Lebensjahre aber nicht in Kew sondern in Windsor Castle, wo er 1820 verstarb.

Nachdem George sozusagen in einer Art geistiger Umnachtung in Windsor vor sich hin dämmerte, wurde Kew Palace zu einem eher selten genutzten Domizil. Ab 1809 hielten sich die Royals selten dort auf, bis man 1818 die erkrankte Gattin George III, Queen Charlotte, nach Kew Palace brachte. Sie selbst ging davon aus, dass sie sich in Kew schnell wieder erholten würde, aber ihr Gesundheitszustand verschlechterte sich zunehmend und sie verstarb im November 1818 in Kew Palace. Kurz vor ihrem Ableben durfte sie noch einer Doppelhochzeit ihrer Söhne beiwohnen, welche aufgrund ihres schlechte Zustands in Kew stattfand.

Obwohl George III und Charlotte 15 Kinder hatten, wollte es mit der Absicherung der Thronfolge nicht so richtig funktionieren. Es war zwar direkte Thronfolger da, aber es gab 1817 nur eine Enkeltochter, die jedoch früh verstarb. Da die Söhne noch nicht verheiratet waren, musste man auf eine Heirat drängen. Hier kamen die oft zitierten Deutschen Wurzeln erneut ins Spiel – auf der Suche nach standesgemäßen Ehegattinnen wurde man in Deutschland fündig. Konkret wurden Adelaide von Sachsen-Meiningen und Victoria von Sachsen-Coburg gewählt. Wie erwähnt wurde die Doppelhochzeit in Kew gefeiert, sie fand am 11. Juli 1818 im Beisein der erkrankten Queen Charlotte.

Das so genannte Baby-Race gewannen dabei Edward Duke Of Kent und Duchess Victoire, sie bekamen ziemlich genau 9 Monate nach Heirat die heißersehnte Enkelin. Da die nach George III als Könige eingesetzten Söhne (George IV und William IV) ohne legitime Nachkommen verstarben, wurde dieses Kind von Edward und Victoire zur nächsten Königin, Queen Victoria.

Soviel zur royalen Geschichte mit Bezug auf Kew Palace, sie endete mehr oder weniger nach dem Tod George III und Queen Charlotte. George III plante übrigens um 1802 mit James Wyatt den Neubau eines Palasts in Kew, der kam jedoch nicht über den Phase den Rohbaus hinaus. Scheinbar war die gesamte Planung stark unter dem Eindruck Georges Erkrankung begonnen wurde, weshalb das Projekt in der Form nicht realisierbar war. So stellte man die Bautätigkeit ein, das Parlament beschloss 1828 den Abriss.

Am Ende blieb als der Palast von 1631 stehen. Der wurde zwischen 1997 und 2006 aufwändig saniert. Kew Palace ist ein Bauwerk mit typischen Stilelementen der so genannten Georgianischen Phase. Als Besonderheit wird heute das obere Stockwerk angepriesen, welches eine gespenstische Ausstrahlung haben soll weil es über Jahrhunderte von niemandem betreten wurde.

Sehr viel greifbarer sind die sogenannten Royal Kitchens, die 2012 saniert wurden, aber im Grund so erhalten sind wie sie beim Tod von Queen Charlotte 1818 waren.

Eine weitere besondere Sehenswürdigkeit ist Queen Charlotte’s Cottage.

Queen Charlotte’s Cottage

Dieses Cottage wurde von der Familie genutzt, wenn sie durch die weitläufige Anlage von Kew spazierten. Man nahm hier typischerweise den Tee ein. Das Haus ist dabei äußerst aufwändig und schön eingerichtet, es gib einen Print Room mit Stichen von Hogarth. Den Picnic-Room soll Princess Elizabeth geschmückt haben.

George III bezeichnete dieses Cottage als seinen persönlichen Lieblingsort, bedauerlicherweise hatte er wenig davon – zumindest sah er das Cottage nach 1806 nie mehr. Genutzt wurde das Cottage zuletzt im Rahmen der o. g. Doppelhochzeit der Söhne Duke Of Clarence (späterer William IV) und Edward Duke Of Kent.

Das Cottage war eine der Herzensangelegenheiten der späteren Queen Victoria. Während ihrer Regentschaft stellte sie einen Hausmeister eigens dafür ein bis sie 1898 das Cottage und die umliegenden Ländereien im Zuge ihres Diamond Jubilee der Öffentlichkeit zugänglich machte.

Zutritt

Ein Ticket für die Kew Gardens beinhaltet zugleich die Eintritt für Kew Palace und Royal Kitchens und dem ohnehin freien Cottage.

Öffnungszeiten

Palace/Royal Kitchens/Great Pagoda:täglich 11:00-16:00.

Queen Charlotte's cottage: Wochenden und Bank Holidays im Sommer: 11:30. Last entry 15:30.&xnbsp;

Adresse

Kew Palace, Royal Botanic Gardens Kew, Richmond, TW9 3AE

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