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Southall, Little India in Greater London

Southall ist ein Stadtteil im Londoner Borough Ealing, etwa 17km westlich des Stadtzentrums gelegen. Southall gehört zu den größeren Vorortbereichen Greater Londons, vielen dürfte es vor allem bekannt sein als Little India. Dies hat seinen Grund in der historischen Entwicklung des Londoner Stadtgebietes, in dem sich Zuwanderer in einem speziellen Bezirk niederließen. In Southall waren das Indische Zuwanderer. Hier lebt die größte englische Sikh-Gemeinde, es gibt hier einen der größten Sikh-Tempel außerhalb Indiens.

Southall ist am Grand Union Canal bzw. dem Grand Junction Canal und war an einem früher wichtigen Handelsweg gelegen. Es handelte sich früher um einen eigenständigen Borough, 1965 fusionierten Southall, Acton und Ealing zum London Borough Of Ealing in Greater London.

Der südliche Teil wurde Old Southall bzw. Southall Green genannt, dort steht das Manor House im Tudor Stil. Ganz im Süden ist Norwood Green, welches eine Art Mischgebiet aus Wohnhäusern und Industrie ist. Die moderne Hauptlebensader ist die Uxbridge Road (A4020), welche eine Ost-West Traverse durch Southall ist. In ihrem Verlauf durch das Zentrum bildet sie den Broadway von Southall - sozusagen die High Street Southalls.

Der Grand Junction Canal (später Grand Union Canal) löste bei seiner Eröffnung 1796 als neue Haupttransportroute für Waren zwischen London und Birmingham einen echten Boom aus. Nachdem auch noch die Great Western Railway 1839 dazu kam, brummte es richtig in der Gegend und mit dem Bau vieler neuer Fabriken wurde von hier aus durchaus ein Boom für London ausgelöst. Recht bekannt war die 1877 gegründet Fabrik der Martin Brothers, deren Keramikwaren als Martinware heute von Sammlern durchaus gesucht ist.

Der Aufwärtstrend hielt unter anderem an, weil neue Verkehrswege geschaffen wurden. Besonders spektakulär war das von Brunel konzipierte Konstrukt Three Bridges (auch Windmill Bridge). Dort an diesem Übergang gelang es, den Kanal über der Bahnlinie und über dem Kanal auch noch eine Straße verlaufen zu lassen.

1894 baute der Däne Otto Monsted die Maypole Dairy, damals eine der größten Margarinefabriken der Welt. Die Anlage muss beachtlich gewesen sein, es gab eigene Bahn- und Kanalanschlüsse. Später ging alles an die Lever Brothers bzw. später dem Giganten Unilever, welcher bis in die 1980er hier produzierte.

1936 baute die Quaker Oats Company eine Fabrik, welche vornehmlich Tierfutter produzierte. Das Werk ging 1994 an Spiller's bzw. später an die Big Bear Group. Man produzierte Marken wie Sugar Puffs.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts empfand die Gemeinschaft St. John's ihre Parish Kirche St. John's als zu klein. Man zog in eine neue Kirche in der Church Avenue, welche 1910 fertiggestellt wurde.

Im Osten von Southall war das Hanwell Asylum, früher eines der größten Häuser für Psychisch Erkrankte Personen. Daraus wurde das St. Bernard's Hospital, später übernahm das Ealing Hospital einen Großteil der Anlage.

In Southall war mit den Southall Studios auch eines der ersten Filmstudios des UK, es gehörte ab Gründung 1924 bis zur Schließung 1959 zu den wichtigsten im Land.

Weiterhin sehr groß und bedeutend waren z. B.:

das Southall Bahndepot, heute das Southall Railway Centre.

das Werk des Fahrzeugherstellers Associated Equipment Company AEC. Die Firma musste 1979 schließen, nachdem sie als Teil der British Leyland Gruppe nicht mehr wettbewerbsfähig war.

das Gaswerk der Stadt. Heute eine Industriebrache, gut erkennbar mit dem verbliebenen Gasometer.

Ansonsten verlief die Geschichte Southalls ähnlich wie die anderer Vororte. Als Arbeiter-Vorort und dazu noch mit einer recht großen Sikh-Gemeinde, war auch Southall immer wieder von rassistischen Übergriffen betroffen. Vor allem ab Mitte der 1970er hörte man leider sehr viel darüber. 1976 starb ein junger Sikh, 1979 kam eine Antirassimus Aktivistin bei Demos gegen Rechte ums Leben und ein Musiker lag monatelang im Koma. 1981 kam es beim Hambrough Tavern zu Aufständen. Am Ende stand ein Straßenkampf, der Tavern brannte mehr oder weniger komplett ab, rund 120 Personen wurden verletzt. Später verlegten sich die Probleme Richtung Golf Links Estate, einer Siedlung aus den 1960ern. Sie wies lange Zeit die höchsten Krimalitätsrate im Borouth Of Ealing auf. Heiße Gegend auch deshalb, weil es hier zweimal heftig brannte: 1996 und 2008

Little India

Wie erwähnt, ist Southall stark besiedelt durch Immigranten aus Südasien, daher ist der Begriff Little India auch geläufig. Die meisten kamen in den 1950ern, nachdem ein ehemaliger Army-Officer der Briten sie mit Arbeitsangeboten nach Southall lockte. Man geht mittlerweile davon aus, dass über 50 Prozent der Bevölkerung in Southall aus Indien oder Paksitan stammen. Dementsprechend stark ist die Region von der Kultur geprägt. Es gibt 10 Sikh Gurdwaras in Southall. Die Gurdwara Sri Guru Singh Sabha wurde 2003 eröffnet, es ist eine der größten Sikh Gurdwaras außerhalb Indiens. Es gibt auch zwei Hindu Mandir Tempel: Vishnu Hindu mandir an der Lady Margaret Road und Ram Mandir in Old Southall.

Davon abgesehen sind aber praktisch alle Religionen in Southall vertreten. Es gibt über 10 christliche Kirchengemeinden (mehrere Anglikanische, eine Römisch Katholisch, Baptisten und Methodisten). Es gibt auch fünf Moscheen in der Gegend.

Diwali in Southall

Ein Highlight im Jahreskalender Southalls ist das Festival Of Light aka Diwali. Gefeiert wird Ende Oktober oder Anfang November. Es ist ein traditionelles Fest der Hindu, Sikh und Jain, welche sozusagen den Sieg vom Licht über die Dunkelheit feiern.

Sehenswert/Wahrzeichen von Southall

  • Gasometer von Southall
  • Wharncliffe Viaduct
  • Manor House, The Green
  • Three Bridges von Brunel
  • Gurdwara Sri Guru Singh Sabha, einer der größten Sikh-Tempel außerhalb Asiens

Shopping in Southall

Hauptgeschäftszone ist im Bereich Broadway bzw. Uxbridge Road. Gegenüber der Polizei an der High Street ist der Southall Market.

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